Wohnen und Reisen - Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde

Ev.-luth. Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde
Hannover Badenstedt
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Pilgern in Niedersachsen - ein Interview

Liebe Ulrike,
du bist schon mehrfach auf dem Pilgerweg Loccum ‑ Volkenroda gewandert. Was war Deine Motivation?

Ich hatte das Buch „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling gelesen und war davon inspiriert.
Gern wollte ich einmal allein sein und Ruhe finden und wählte daher einen weniger bekannten Weg als den Jakobsweg. Der Jakobsweg ist doch gerade auf dem letzten Stück sehr voll. In Deutschland gibt es ja auch einige Pilgerwege und die Anreise ist nicht so weit und dadurch unkompliziert.

Was waren denn besonders schöne Erlebnisse unterwegs?

Ich bin im Kloster Loccum gestartet, mit Übernachtung im Pilgerhaus. Besonders schön fand ich den Abendsegen, den man dort als seelische Stärkung am Abend vor Beginn der Wanderung erhalten kann. Er hat mich auf dem ganzen Weg begleitet.
Das Gefühl, überall willkommen zu sein, war toll. Unterwegs gab es viele unerwartete Begegnungen und Gespräche.
Der Weg ist abwechslungsreich, führt durch Wälder, Wiesen, kleine Dörfer entlang an Weser, Leine und Unstrut, über Solling, Vogler und durch das Eichsfeld.

Was hast Du denn für Tipps? Wie kann man sich am besten vorbereiten?

Im Haus kirchlicher Dienste der Ev.‐luth. Landeskirche Hannovers (Archivstr. 3, 30169 Hannover) gibt es Karten und Infomaterial.
Das habe ich mir vorher besorgt und meine Etappen individuell angepasst und mir Übernachtungen vorab organisiert.
Im mitgeführten Pilgerpass kann man Stempel der verschiedenen Kirchengemeinden sammeln. Als Pilger bekommt man an der einen oder anderen Stelle vergünstigte Übernachtungsmöglichkeiten, Wasser, einen trockenen Pausenplatz, Essen oder Unterkunft. Ich hatte einen Rucksack dabei mit Verpflegung und Wasser für unterwegs.

Und wo willst Du als nächstes pilgern?

Ich habe mich schon intensiv mit dem Sigwardsweg beschäftigt, der Minden und die Ortschaft Idensen, in der Nähe des Steinhuder Meeres, verbindet. Zahlreiche sehenswerte Kapellen, Kirchen und Klöster des alten Bistums Minden bilden den ca. 170 km langen Rundweg. Hier kann man auch mal nur 1‐2 Etappen am Wochenende gehen und ausprobieren, ob einem das Pilgern gefällt.
Für mich ist es eine kleine Auszeit vom Alltag.

Dann viel Spaß!

Das Gespräch führte Christine Wismer


Weitere Informationen über Pilgerwege in Niedersachsen:



Buchtipp

Eine sehr ungewöhnliche Wanderung beschreibt Rachel Joyce in ihrem
Roman „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“.


Harold Fry will eigentlich nur einen Brief an seine ehemalige Kollegin Queenie Hennessy einwerfen, die in Schottland in einem Hospiz im Sterben liegt.
Doch dann läuft er in seinen Pantoffeln am Briefkasten vorbei und einfach immer weiter, in der Hoffnung Queenie noch lebend anzutreffen. Ein sehr bewegendes Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Das Buch ist 2013 als Taschenbuch im FISCHER Verlag erschienen.

Christine Wismer

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